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Erste Sitzung des Quartiersbeirats Innenstadt

Viel Diskussion – aber auch viel Potenzial Seit vielen Jahren bin ich mit meinen Restaurants…

Kassra Adloo im Business Look
Kassra AdlooKandidat Stadtrat
Verfasst am2. März 2026

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Viel Diskussion – aber auch viel Potenzial

Seit vielen Jahren bin ich mit meinen Restaurants Teil der Aschaffenburger Innenstadt. Umso mehr freut es mich, dass ich als Vertreter für Restaurants und Bistros in den neuen Quartiersbeirat Innenstadt gewählt wurde.

Am 26. Februar fand die konstituierende Sitzung im Rathaus statt – und eines kann ich sagen: Es war ein lebendiger, teilweise auch kontroverser Auftakt.

Was ist der Quartiersbeirat?

Der Quartiersbeirat ist ein Gremium, das die Entwicklung unserer Innenstadt begleiten soll. Vertreter aus Handel, Gastronomie, Kultur, Immobilien, Jugend, Senioren, Umwelt, sozialen Einrichtungen – und interessierte Bürger – sitzen gemeinsam an einem Tisch.

Ziel ist es, die Innenstadt zwischen Hauptbahnhof, City-Galerie, Sandkirche und Oberstadt zukunftsfähig zu gestalten. Grundlage ist das sogenannte „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (ISEK). Wichtig dabei: Das ISEK ist kein fertiger Bauplan, sondern ein Ideenkatalog. Er schafft die Voraussetzung, damit Fördermittel aus dem Programm „Lebendige Zentren“ fließen können.

Der Beirat entscheidet nicht über Großprojekte. Unsere Aufgabe ist es, Ideen einzubringen, zu vernetzen und kleinere, konkrete Maßnahmen anzustoßen.

Die erste Sitzung – viele Meinungen, klare Themen

Schnell wurde deutlich: Die Vorstellungen darüber, wie sich die Innenstadt entwickeln soll, gehen teilweise auseinander.

Ein großes Thema war die Aufenthaltsqualität. Es ging um Begrünung, um kleinere Maßnahmen wie Pflanzinseln, Hecken oder Fassadenbegrünung – Dinge, die das Stadtbild spürbar verbessern können, ohne gleich Millionenprojekte zu sein.

Auch das Thema Verkehr wurde intensiv diskutiert. Manche befürchten eine „Totberuhigung“ der Innenstadt. Hier wurde klargestellt: Ziel ist nicht, die Innenstadt abzuschneiden – sondern Durchgangsverkehr sinnvoll zu lenken. Wer nur durch die Stadt fährt, stärkt weder Einzelhandel noch Gastronomie. Gleichzeitig muss die Innenstadt erreichbar bleiben.

Diese Balance ist entscheidend.

Budget – klein, aber nicht wirkungslos

Dem Quartiersbeirat stehen jährlich 10.000 Euro für die Innenstadt und weitere 5.000 Euro für Oberstadt/Mainufer zur Verfügung. Bis zu 1.000 Euro können in einzelne Projekte fließen.

Manche halten das für zu wenig. Ich sehe es pragmatisch: Mit Kreativität lassen sich auch mit kleineren Beträgen sichtbare Impulse setzen. Oft sind es gerade die kleineren, schnell umsetzbaren Maßnahmen, die spürbar etwas verändern.

Und wenn gute Projekte entstehen, können daraus größere Entwicklungen wachsen.

Warum ich mich engagiere

Die Innenstadt lebt von Begegnungen.

Von Menschen, die sich treffen, austauschen, genießen.

Gastronomie ist kein Randthema – sie ist ein zentraler Bestandteil einer lebendigen Innenstadt. Restaurants und Cafés schaffen Atmosphäre, Aufenthaltsqualität und Identität.

Ich sehe täglich, was funktioniert – aber auch, wo Herausforderungen liegen:

Verändertes Konsumverhalten, neue Mobilitätsanforderungen, steigende Kosten, Events, Außenflächen, Kooperationen.

Diese Praxisperspektive bringe ich in den Beirat ein.

Mein Eindruck nach dem ersten Abend

Ja, es gab Kritik. Ja, es gab unterschiedliche Positionen.

Aber genau das gehört zu einem offenen Beteiligungsprozess dazu.

Entscheidend ist, dass wir miteinander sprechen – und nicht übereinander.

Wenn es uns gelingt, Handel, Gastronomie, Anwohner, Politik und Verwaltung konstruktiv zusammenzubringen, dann kann dieser Quartiersbeirat ein echter Gewinn für unsere Innenstadt sein.

Ich freue mich darauf, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an einer lebendigen, wirtschaftlich starken und attraktiven Innenstadt mitzuarbeiten.

Aschaffenburg hat enormes Potenzial.

Jetzt kommt es darauf an, es gemeinsam zu nutzen.